Ihre Fachbuchhandlung im Herzen Kassels seit 1818
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Ein historischer Rückblick auf die A. Freyschmidts Buchhandlung

Im Herbst 1818 gründete der Buchhändler J.J. Bohné in der Elisabethstraße 229 zu Cassel eine Buchhandlung, nach heutigen Plänen ein Haus im Steinweg unterhalb des Ottoneums im Übergangsbereich von alter und neuer Stadt (Oberneustadt).

Bohné entstammte einer hugenottischen Familie, der Vater war Stadtwachtmeister. Bohné gehörte damit zu den derzeit in Hessen privilegierten Refuges. Dieser Umstand so wie die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse in der Nach-Napoleon-Zeit - die reaktionären Kräfte waren unter dem zurückgekehrten Kurfürsten Wilhelm I. neu erstarkt - führten zu heftigem Widerstand des eingesessenen Buchhandels gegen die Neugründung.

Johann Jacob Justus Bohne konnte sich zunächst nur ein Privileg als Leihbuchhändler erwirken und bekam erst Ende 1820 die "allergnädigste" Genehmigung zum Betrieb einer Buchhandlung.

Unter Bohné entwickelte sich die Firma innerhalb von zehn Jahren zur größten Leihbücherei der Stadt mit über 21.000 Titeln, auf die der Bestand bis zum Todesjahr Bohnés 1857 angewachsen war. Der Schwerpunkt der Bestände lag im belletristischen Bereich.

Als angesehener Büchhändler gehörte Bohné 1825 zu den Gründervätern des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und Mitunterzeichner der so genannten Börsenordnung vom 30. April 1825.

Anfang der 30er Jahre des 19. Jahrhunderts verlegte Bohné sein Geschäftslokal in die Martinistraße 80 (heute Oberste Gasse 4) direkt neben dem Elisabeth-Hospital. Im Jahr 1855 verkaufte Bohne seine Firma an Carl August Freyschmidt, einen aus Templin in Brandenburg stammenden Buchhändler. Der firmierte zunächst weiter unter J.J. Bohné’Äôsche Buch- und Kunsthandlung und betrieb seine Geschäfte in der Obersten Gasse.

Wegen seiner Verdienste und guten Beziehungen zur preußischen Provinzialverwaltung wurde Freyschmidt 1878 zum "Königlichen Hofbuchhändler" ernannt, ein Titel, der an seine Person geknupft war und bis 1896 in die Firmenbezeichnung einging.

Nach dem Tod von August Freyschmidt im Jahre 1894 führte seine Witwe das Geschäft noch zwei Jahre weiter und verkaufte dann an den Buchhändler Dufayel, der sich aber nach nur acht Jahren wieder von der Firma trennte.

Ende der 50er Jahre zog er dann an den Königsplatz Nr. 225 um, heute Königsplatz 40. Dieses Gebäude wurde von C.A. Freyschmidt erworben. Seit 1865 führte er die Firma unter seinem eigenem Namen weiter, der Hinweis auf den Gründer wurde fallen gelassen. Seit der Zeit firmiert die Buchhandlung unter A. Freyschmidt's Buchhandlung.

Neben seiner Tätigkeit als Buchhändler machte sich Freyschmidt auch als Landkartenhändler einen Namen. 1868 erwarb er das alleinige "Debit", d.h. den alleinigen Vertrieb der königlich preußischen, vormals kurhessischen Generalstabskarten. Im Verlag von A. Freyschmidt erschienen bis 1894, dem Todesjahr des Buchhändlers und Verlegers, über 200 Titel. Darunter befanden sich Veröffentlichungen von Fr. W. Murhard und ein Briefwechsel des Oberbürgermeisters Karl Schomburg.

Unter Frau Zufall entwickelte sich die Buchhandlung positiv in der Nachfolge des Gründers Bohné. Der Sortimentsschwerpunkt lag weiterhin im belletristischen Bereich.

Nach einem Intermezzo in der Wilhelmstraße fand die Buchhandlung ihren letzten Vorkriegsstandort in der Oberen Königsstraße 3. Dort wurde sie beinahe auf den Tag genau an ihrem 125. Gründungstag, am 22. Oktober 1943 im Zuge der Bombardierung Kassels total zerstört, alle Bücher und das Archiv wurden vernichtet.

Dass diese elementaren Ereignisse nicht zum Untergang der Firma führten, verdankt sie dem Überlebenswillen der Frau Zufall und der Unterstützung der Familie Eberhardt. Schon vor der Währungsreform entstand im Privathaus Zufall in der Sophienstraße eine neue kleine Verkaufsstelle, die Wohnzimmerbuchhandlung.

Sein Nachfolger würde R. Fr. Junghenn. Der verlegte den Firmensitz in die Obere Königsstraße 22 und erweiterte den Betrieb um Musikalien und eine Konzertdirektion. Unter Junghenn zog die Buchhandlung mehrfach in der Stadt um, für zwei Jahre in die Opernstraße und ab 1913 wieder in die Obere Königsstraße 12. Außerdem unterhielt Junghenn von 1906–1913 eine Filiale in der Hohenzollernstraße 65.

Gebeutelt durch Krieg und Inflation verkaufte Junghenn 1926 die Firma an Frau Gerda Zufall, während er selbst als Konzertagent unter eigenem Namen weiterarbeitete.

Durch den Eintritt von Dr. Hans Eberhardt in die Firma im Jahre 1949 und den Bau eines bescheidenen Ladenlokals an der Oberen Königsstraße 23 wurde der Grundstein für weiteres Wachstum gelegt. Seitdem wurde die Buchhandlung mehrfach erweitert und umgebaut, zuletzt 1994.

Unter der Leitung von Dr. Eberhardt, der seit 1959 Alleininhaber war, erhielt das Sortiment neue Schwerpunkte. Die vorwiegend belletristische Ausrichtung wurde allmählich zugunsten einer immer stärkeren Betonung des Fachbuchs verändert.

Nach dem Tod von Dr. Eberhardt im Jahre 1975 arbeiteten seine Frau Lieselotte (†) und Tochter Regine Eberhardt (†) in seinem Sinne weiter, so dass A. Freyschmidt Buchhandlung bis Ende 2007 eine moderne Sortimentsbuchhandlung mit Schwerpunkten im Bereich Recht, Wirtschaft, Steuern, Medizin und Sprachen war.

Zu Jahresbeginn 2008 wurde A. Freyschmidts Buchhandlung zu einer reinen Fachbuchhandlung der Bereiche Recht und Steuern umgewandelt. Ganz nach dem Motto "Konzentriere Dich auf deine Stärken" wurde hierbei der immer drängenderen Nachfrage der Kunden nach einer hohen Fachkompetenz dieser Bereiche Rechnung getragen. Durch die veränderte Situation bei der Laufkundschaft wurde ausserdem das Ladengeschäft verkleinert und ist nun über den Seiteneingang Wilhelmsstrasse zu ereichen.

 

Am 1. März 2016 der Umzug in den Vorderen Westen. Als Shop in Shop betreut die Fachbuchhandlung A. Freyschmidt aus den Räumen der Buchhandlung am Bebelplatz (Friedrich-Ebert-Straße 130) die Bestellungen und Abonnements ihrer Kunden.

Kontakt

A. Freyschmidt's Buchhandlung

Friedrich-Ebert-Straße 130

34119 Kassel, Deutschland


Tel.: 0561 76603712
Fax: 0561 7396828

E-Mail: info@freyschmidts.de

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